Ein alter Kleiderschrank hatte ausgedient, aber die Spiegeltür war zu schade zum Wegwerfen. Als Wandspiegel macht sie sich schließlich genauso gut. Die Frage war nur, wie man eine Schranktür ordentlich an die Wand bekommt.

Die Spiegeltür an der Wand

Nachtrag: Der Spiegel hängt tatsächlich heute noch im Flur.

Die Idee: das Scharnierloch nutzen

Schranktüren hängen fast immer an Topfscharnieren. Schraubt man die ab, bleiben in der Tür runde Löcher zurück, 35 mm im Durchmesser und etwa 12 mm tief. Genau die habe ich genutzt: Ein gedruckter Einsatz kommt in das Loch, und der sitzt auf einem gedruckten Haken an der Wand.

Der Wandhaken von allen Seiten

Der Haken ist oval. Bei zwei Haken, wie in meinem Fall, kann man so einen oder zwei Millimeter Höhenunterschied ausgleichen: einfach einen der beiden um 180 Grad drehen. Das klappt allerdings nur, wenn er nicht zu stramm auf der Schraube sitzt. Vorher sorgfältig messen spart also Arbeit.

Der Einsatz für das Scharnierloch

Die Einsätze sitzen schon ohne Schrauben sehr fest im Loch. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sie zusätzlich festschrauben.

Haken für alles

Rund um den Haken läuft eine Nut. Damit trägt er nicht nur die Spiegeltür, sondern alles, was an einer Schnur, einem Kettchen oder einem Bilderdraht hängt, zum Beispiel einen IKEA-Bilderrahmen.

Der Haken mit einem Bilderrahmen

Download: Haken und Einsatz auf Printables

Die Bohrschablone

Einen Tag später habe ich ein zweites Modell veröffentlicht, das sich ebenfalls um das 35-mm-Loch dreht, diesmal in die andere Richtung: eine Schablone, mit der man die Bohrungen für ein Topfscharnier anzeichnet.

Die Bohrschablone im Einsatz

Kleine Kerben am Rand helfen, die Mittellinie und die Linie für die Schrauben anzuzeichnen. So sieht man vor dem Bohren, wo das Loch landet.

Ausmessen der Bohrabstände

Das Modell der Schablone

Gedruckt in PLA mit 0,2 mm Schichthöhe (Profil „Quality“ im PrusaSlicer), Stützstrukturen braucht es keine.

Download: Bohrschablone für Topfscharniere auf Printables